Eine Welt ohne Grenzen

Es scheint naiv, es ist aber eine Idee, ein Traum und wenn man nicht wagt zu träumen, würden wir in einer stumpfsinnigen und unkreativen Welt leben. Konstantin Wecker träumt beispielsweise von einer grenzenlosen Welt.

Wenn man die aktuelle Flüchtlingspolitik betrachtet, scheint dieser Traum weit entfernt: Die EU ist abgeschottet und legt tausende Steine in den Weg derer, die nur mit einer Flucht die Möglichkeit sehen, ihrem Leid zu entkommen.

Ich habe mir ein paar Gedanken dazu gemacht und ein Gedicht verfasst.

Die See tobt, die Wellen schlagen im Dunkeln.
Ein Blitz ergrellt, in der Ferne sieht man’s Schunkeln.
„Ein Floß? Ein Boot? Recht spärlich!“ fällt’s uns auf,
doch sieht man genauer hin, sind hundert Menschen drauf.

Auf der Flucht vor Hunger, Tod und Leid:
Eine Flucht nach draußen in die Freiheit.
So frei wie das Meer wird sie jedoch nie wieder sein,
sitzt man später in so ’nem Asylbewerberheim.

Ohne Perspektiven sitzt man nur da,
keine Möglichkeiten sind zum Ergreifen nah.
Umschlungen von Drähten, mit Mauern zugestellt,
umzäunt wirkt diese ach so liberale Welt.

Ich träume von einer solchen, doch ohne diese Grenzen.
Offen soll sie sein, für alle guten Menschen.
Sie sollen dann zusammenleben, ohne Zank und Streit,
den Nächsten liebend – und immer zur Hilfe bereit.

Doch denk‘ ich dran, die optimistische Utopie zu revidieren:
Es wird nicht funktionieren, wir werden uns im Alten verlieren.
Dass jeder Mensch anders ist, könn‘ die Wenigsten akzeptieren.
Solang Toleranz ein Fremdword bleibt, werden Mauern unsre Welt zieren.

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